Meine persönlichen “Hamsterkäufe” – auch ohne Coronavirus

Mal wieder beschäftigt ein Phänomen unser Land – die vermeintlichen “Hamsterkäufe”. Diesmal angesichts des aufkeimenden Coronavirus, aber vermutlich wäre auch jeder andere Anlass Grund für Häme über die besorgten und übervorsichtigen Deutschen gewesen, die anscheinend wie verrückt losrennen und Dosenravioli, Mehl, Zucker, Trockenpflaumen und selbstverständlich Toilettenpapier kaufen und die Supermärkte an ihre Grenzen bringen. Dazu ein paar ganz persönliche Überlegungen.

Gehen wir einmal von der tatsächlichen Gefahr des Coronavirus aus. Diese mag nach allen bisherigen Untersuchungen und laut Statistik für den Einzelnen nicht besonders hoch sein, aber dennoch bleibt ein Gefühl der Unsicherheit. Zum einen ist das Virus eine neue Komponente, und damit bislang unbekannt. Zum anderen ist bereits deutlich geworden, dass es jeden treffen kann, der sich vielleicht mal vor einigen Wochen in einem Risikogebiet aufgehalten hat – und dazu gehört sogar eine örtliche Karnevalsveranstaltung. Oder der Winterurlaub in Italien. Auch wenn NRW mit seinem “Hotspot” Heinsberg besonders betroffen ist, so schießen dennoch weitere Infektionen in ganz Deutschland wie Pilze aus dem Boden. Angesichts der Globalisierung und der Reise- und Kontaktfreudigkeit mancher Menschen ist dies auch gar nicht zu vermeiden. Insofern ist das Gefühl der Unsicherheit meines Erachtens völlig menschlich und daher auch nicht zu verurteilen.

Nicht zuletzt gibt es bekanntlich Risikogruppen, die grob gesagt aus denjenigen Personen bestehen, denen auch eine Grippeschutzimpfung empfohlen wird. Wer nun mit Menschen aus diesen Risikogruppen in irgend einer Form Kontakt hat, dem ist anzuraten, besonders vorsichtig zu sein, da es bis dato – anders als bei der jährlichen Grippewelle – noch keine Impfung gegen die Auswirkungen des Coronavirus gibt. Bis die medizinische Forschung so weit ist, kann es für die Risikopatienten jedoch bereits zu spät sein. Falls nun irgend jemand aus dem Kreis der Kontaktpersonen, ob Verwandte, Pflegekräfte, Therapeuten etc. – vielleicht auch unwissentlich – infiziert sein sollte, birgt dies eine nicht zu unterschätzende Gefahr.

Quarantäne!

Ganz abgesehen von den tatsächlich mit dem Coronavirus infizierten Menschen wurde jedoch eine weitaus größere Gruppe in häuslicher Quarantäne untergebracht. Laut bisherigen Erkenntnissen kann die Inkubationszeit durchaus 14 Tage betragen, insofern wurde eine behördliche Quarantäne angeordnet, die in etwa diese Zeitspanne betragen dürfte – im besten Fall noch ein paar Tage mehr. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass eine solche Quarantäne-Anordnung prinzipiell jeden treffen kann, der sich nicht bereits in Quarantäne-ähnlichem Zustand befindet und sich nie aus den eigenen vier Wänden heraus bewegt. Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Urlaub in einem Krisengebiet, der Besuch einer Veranstaltung, eines Konzerts, einer Arztpraxis oder ähnliches reichen dazu bereits aus. Oder auch der Einkauf in einem Supermarkt, der vielleicht zu gleicher Zeit von einem mit dem Coronavirus infizierten Menschen stattgefunden hat. Der Kampf gegen die Infektion ist ein Kampf gegen die Zeit – das betrifft die Forschung an möglichen Impfstoffen genauso wie den Aufbau einer geeigneten Infrastruktur, um die Erkrankten fach-und sachgerecht behandeln zu können. Insofern wird im ersten Schritt – im besten Fall – alles getan, um die weitere Ausbreitung vielleicht nicht zu stoppen, aber zumindest zu verlangsamen.

Was würde ich tun?

Angesichts dessen kann und sollte sich jeder die Frage stellen, ob und wie man zwei Wochen in häuslicher Quarantäne verbringen kann. Natürlich haben es Stammkunden des örtlichen Pizzadienstes und Netflix-Abonnenten hier einfacher als Otto Normaluser, aber wenn man sich andererseits ausschließlich der einschlägigen Lieferdienste bedient und nicht von der heimischen Couch weg bewegt, könnte nach überlebter Quarantäne ebenfalls ein Arztbesuch fällig werden… Insofern könnte ein wenig Vorsorge für den Fall der Fälle letztlich nicht schaden. Wobei dies noch nicht einmal ein neues Phänomen ist – das Gegenteil ist der Fall. So empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe seit geraumer Zeit, Vorräte für den Notfall anzulegen. Die Liste der Lebensmittel ist lang, wobei ich mir bei manchen auch die Frage stelle, ob sie sinnvoll sind, denn wenn ich üblicherweise selten Kartoffeln koche, werde ich in potentieller Quarantäne mein Essverhalten nicht unbedingt ändern.

Vorräte anlegen == Hamsterkäufe?

Nun lässt sich das Thema “Vorräte anlegen” aus mehreren Perspektiven betrachten. Gehen wir einen Schritt zurück in die Vergangenheit. Im typischen “früher” war es gang und gäbe, beispielsweise Äpfel oder Kartoffeln im Keller einzulagern – natürlich nur solche Sorten, die sich auch länger als drei Tage halten, ohne wegzuschimmeln respektive beginnen zu keimen. Oder Obst – im Herbst geerntet, daraus etwa Marmelade gekocht. Es wurde “eingeweckt”, “eingekocht”, so dass spätestens zu Winteranfang das Vorratslager mit Obst und Gemüse in Gläsern gut gefüllt war. Schließlich ließ sich im Winter nichts mehr ernten, und als es noch dieses weiße Zeug namens Schnee gab, hätte es durchaus sein können, ein paar Tage abseits der Zivilisation autark überleben zu müssen. Einerseits haben TK-Waren ihren Siegeszug angetreten, was jedoch auch nichts anderes ist als Lebensmittel frisch für längere Zeit haltbar zu machen, andererseits ist insbesondere in Ländern wie Deutschland die nächste Einkaufsmöglichkeit, der nächste Supermarkt nicht weit entfernt.

Auch das Einkaufsverhalten spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nach wie vor üblich ist der samstägliche Wocheneinkauf, ansonsten wären die Parkplätze und Supermärkte an jenen Wochentagen nicht so voll. Also wird zumindest grob das Essen für die jeweils kommende Woche geplant und entsprechend samstags eingekauft. Das funktioniert mit einigen Produkten sehr gut, andere möchte man hingegen lieber so frisch wie möglich haben, was auch kein Problem ist, schließlich ist der nächste Supermarkt nicht weit. Andererseits gibt es auch diejenigen, die wesentlich öfter einkaufen – aus verschiedensten Gründen, etwa weil die eigene Lagerkapazität sehr eingeschränkt ist, oder weil man sich spontan für ein bestimmtes Produkt entscheiden möchte, weil man nicht gerne eine Woche lang im Voraus plant, weil der nächste Supermarkt tatsächlich “um die Ecke” innerhalb drei Minuten erreichbar ist usw.. Vorräte anlegen lohnt sich insofern nicht, außerdem liegen die “schlechten Zeiten” ja einige Jahrzehnte zurück, was soll heutzutage schon passieren?

Dazu kommt die ständige Verfügbarkeit von Produkten. Von den TK-Waren mal ganz abgesehen unterscheidet sich das aktuelle Angebot in den Supermärkten kaum von dem innerhalb der Erntesaison. Saisonale und regionale Waren spielen trotz einiger positiver Initiativen nach wie vor eine eher untergeordnete Rolle. Und während sich beispielsweise Sellerie und Steckrüben in halbwegs kühlen Räumen wochenlang frisch halten, verderben manche Produkte bereits auf dem Weg in den heimischen Kühlschrank. Erdbeeren im Winter? Trotz Klimawandel habe ich hierzulande auf den nahe gelegenen Erdbeerfeldern noch keine gesehen. Kein Problem, dann werden sie eben aus Spanien importiert. Von “Geschmack” mag man angesichts des Wassergehalts zwar gar nicht reden, aber anscheinend werden sie dennoch gekauft, ansonsten würde es sich für die Anbieter nicht lohnen. Oder – mein Lieblingsbeispiel – grüne Bohnen, Herkunft: Senegal. Luftlinie ca. 4600 km, Fahrstrecke knapp über 6000 km (Quelle). Wenn ich schon koche, dann ganz gerne frisch, also am liebsten keine TK-Ware. Aber der Bohnentourismus ist meines Erachtens der falsche Weg, einerseits aus Umweltaspekten, andererseits geben die Bohnen auf ihrer Sightseeing-Tour durch zwei Kontinente auch alles ab, was jemals an Geschmack in ihnen enthalten war.

Mein Name ist Corona

Nun kommt “plötzlich” so ein Coronavirus um die Ecke, und ebenso plötzlich befinden sich Menschen in häuslicher Quarantäne, und diese Zahl wird täglich mehr. Insofern muss sich doch jeder fragen, ob das bisherige Einkaufsverhalten unter diesen Umständen beibehalten werden kann, oder ob es vielleicht doch sinnvoll wäre, die eine oder andere Nudel oder Kartoffel mehr zu kaufen, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Um es klar und deutlich zu sagen – Häme und Spott über etwaige “Hamsterkäufe” sind meines Erachtens hier absolut fehl am Platze. Natürlich sollte der Verstand nicht ganz außen vor bleiben. Als ich mir die Kartoffelregale vor einigen Tagen angesehen habe, musste ich mir schon die Frage stellen, ob die Käufer jener Waren wissen, dass sich diese Kartoffeln nicht unbegrenzt lagern lassen – eigene Erfahrung! Oder warum sämtliches Mehl ausverkauft war – sollte dem Virus zur Begrüßung ein Kuchen gebacken werden? Brotbackmischungen waren übrigens auch ausverkauft, hier hatten wohl einige Konsumenten eine in meinen Augen gute Idee, die es noch nicht auf die Liste des Bundesamtes geschafft hat. Ob man nun unbedingt Rote Bete oder Birnen in Dosen braucht – geschenkt.

Ich halte es jedoch für sehr wahrscheinlich, dass nicht wenigen Menschen hierzulande durch die aktuelle Lage erst einmal bewusst geworden ist, dass die Bevorratung einiger lebensnotwendiger Waren sinnvoll sein könnte. Und das nach Jahren, wenn nicht Jahrzehnten der “just-in-time”-Lieferketten und scheinbar unbegrenzten Verfügbarkeiten. Des Weiteren sollte man sich meines Erachtens die Frage stellen, ob seitens der Politik nicht versäumt wurde, der Bevölkerung dieses Bewusstsein zu vermitteln, dass selbst in einem hochentwickelten Land wie Deutschland Krisensituationen nicht ausgeschlossen sind und sich jeder einzelne darauf bestmöglich vorbereiten kann. Doch statt dessen werden die Einkäufer mit einer Menge Hohn und Spott überzogen, die vielen “lustigen” Sprüche und Memes auf den sozialen Netzwerken sprechen für sich.

Viele Zwerghamster machen auch Mist

Auf der anderen Seite muss jedoch die Frage gestellt werden, was ist “Hamstern” überhaupt? Ab wann ist ein Einkauf ein “Hamsterkauf”? Beispielsweise kaufe ich Getränke im Abstand von einigen Wochen ein – und dann eben so viel, wie in meinen Wagen passt. Das können auch mal 16 Packs Wasser, Cola etc. sein – der Kofferraum ist nicht so klein, die Regale im Keller haben ebenfalls genug Platz, und ganz davon abgesehen möchte ich gar nicht jede Woche mit dem Auto zum Einkaufen fahren (siehe oben, volle Parkplätze etc., ich könnte hier sogar Umweltgründe aufführen). Wahrscheinlich wäre diese Art des für mich üblichen Einkaufs in diesen Tagen als “Hamsterkauf” interpretiert worden.

Klopapier-Regal - leergefegt

Besitzt Klopapier eigentlich ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

Anscheinend jedoch sind der Handel – und das empfinde ich als eigentliches Übel – und dessen Logistik- bzw. Lieferketten nicht darauf ausgelegt, dass einige Kunden vielleicht mal etwas mehr als üblicherweise einkaufen. So war zu lesen, dass von manchen Waren die “zwei- bis dreifache Menge” über die Kasse geschoben wurde. Davon ausgehend, dass nicht jeder Kunde nun plötzlich zum “Hamsterkäufer” wird, hätte ich nicht erwartet, dass binnen weniger Tage die Supermärkte hierzulande an ihre Grenzen gebracht werden könnten. Schließlich kann es gar nicht jedem möglich sein, sich an die Empfehlungen des Bundesamtes zu halten, beispielsweise aus Platzgründen, aus der aktuellen finanziellen Lage heraus, aus Gesundheitsgründen, oder, oder oder… Immerhin gab es nach kurzer Zeit Nachschub, zumindest für Klopapier und Mehl, doch die Ravioliquellen scheinen nach wie vor eher zu tröpfeln denn zu sprudeln.

Ravioli - eine Reminiszenz an die Kindheit - die Ferienlager lassen grüßen!

Ravioli – eine Reminiszenz an die Kindheit – die Ferienlager lassen grüßen!

Doch trotz aller “Predictive Analytics” war der Handel nicht in der Lage, im Vorfeld ausreichende Kapazitäten zu schaffen, um kurzfristig die gestiegene Nachfrage zu befriedigen. Des Weiteren könnte man nun noch fragen, inwieweit es Aufgabe der Politik gewesen wäre, anstatt publikumsträchtig zu beschwichtigen, etwa die Führungsspitzen der Handelskonzerne so vorzubereiten, dass eine angemessene Reaktion hätte erfolgen können. Vielleicht ist dies ja sogar passiert, und dennoch standen Kunden vor leeren Regalen. 

Kartoffeln nach Hamsterkäufen. Symbolbild.

Kartoffeln nach Hamsterkäufen. Symbolbild.

Herr, schmeiß Hirn vom…

Aber sucht man nach dem Begriff “Hamsterkäufe” bei Google, schlagen einem Zeilen entgegen wie “Hamsterkäufe sind nicht angebracht: Aufhören!” oder “Idioten – Arzt prangert Hamsterkäufe an”, bis zur “Teufelsspirale – Hamsterkäufe führen zu noch mehr Hamsterkäufen“, der Handel sei auf eine erhöhte Nachfrage vorbereitet usw.. Dass er genau das nicht ist, haben wir ja vor wenigen Tagen erlebt. Und das Virus mache “asozial“. Natürlich. Darum gibt es ja auch Nachbar-Initiativen von Menschen, die Betroffene in Heinsberg mit Lebensmitteln versorgen.

Zu guter Letzt gilt selbstverständlich: Verstand einschalten! Das betrifft jedoch sowohl die vermeintlichen Hamsterkäufer, als auch diejenigen, die Erstere vorschnell vorver- und verurteilen. Falls im Rahmen des Möglichen, ist es sicherlich nicht verkehrt, Vorräte für ein paar bzw. die empfohlenen 10 Tage zu lagern. Nichtsdestotrotz sollte man es nicht übertreiben und den Keller als Supermarkt-Filiale ausstatten, um für die nächste Zombie-Apokalypse gerüstet zu sein. Vorsorge jedoch prinzipiell als nicht notwendig zu bezeichnen oder gar diejenigen zu diffamieren bzw. mit Hohn und Spott zu überziehen, die für sich und ihre Lieben Vorkehrungen treffen, ist meiner Ansicht nach kontraproduktiv. Ansonsten könnte man auch auf jeglichen Versicherungsvertrag verzichten, bei Rot über die Straße gehen, ohne Gurt im Auto fahren usw…

Update 13.03.2020

Ich bekam den Hinweis, dass der obige Text an einer Stelle von einer eklatanten Fehlannahme ausgeht. Und zwar hatte ich erwähnt, dass der Handel und dessen Liefer- und Logistikketten nicht dazu in der Lage wären, eine ausreichende Menge der nachgefragten Waren anzubieten. Der Grund sei, dass die einzelnen Supermärkte kaum noch Lagerfläche besitzen, sondern just-in-time beliefert werden, was einzig zu Engpässen in den einzelnen Filialen führen würde, jedoch prinzipiell ausreichend Ware vorhanden sei. Dem möchte ich entgegnen: Na, und?

Erstens besucht der durchschnittliche Konsument eben nicht die Warenlager der Hersteller, deren Bestände wir im Übrigen nicht kennen. Als potentieller Käufer nehme ich das wahr, was in den Supermarkt-Regalen vorhanden – oder eben auch nicht mehr aufzufinden ist. Genau da sieht es auch Tage später nicht viel anders aus als nach dem ersten Ansturm, denn bei meinem letzten Besuch in zwei örtlichen Supermärkten vor zwei Tagen waren noch immer keine “normalen” Maggi-Ravioli mit Tomatensoße verfügbar. Und liebe Maggi GmbH, Eure Pikant- und sonstwas-Ravioli will niemand haben! Niemand! Das sollten nicht zuletzt Eure Verkaufsstatistiken beweisen, außer vielleicht im Not-Not-Notfall, wenn der Virus nicht erst vor der Haustür steht, sondern bereits die halbe Bevölkerung dahin gerafft hat, würde man überlegen, vielleicht, eventuell, möglicherweise eine Dose davon zu kaufen. Aber auch nur, wenn es sich um ein Sonderangebot handelt. Wir hätten niemals irgend ein Ferienlager überlebt, wenn es damals nur Maggi Ravioli in pikanter Sauce gegeben hätte! Dieselbe Situation der mangelnden oder zumindest eingeschränkten Verfügbarkeit gilt übrigens mancherorts ebenso bei Brotbackmischungen, Toilettenpapier, Flüssigseife, usw..

Zweitens: Letztlich stützt der Einwand nur meine Aussage, und zwar dass Handel und eben dessen Liefer- und Logistikketten den Ansturm nicht bewältigen können. Wenn die Supermärkte keine Lagerkapazitäten besitzen, sondern sich des “Lagers” im fahrenden bzw. transportierenden LKW bedienen, wenn somit auf jegliche Redundanz und Ausfallsicherheit verzichtet wird, kommt es zu Engpässen. Dem Kunden nützt die Ware im Großhandel rein gar nichts, und da natürlich alle Handelsfilialen einen höheren Bedarf anmelden, zumindest falls die Kapazitätsplanung halbwegs realitätsnah gewesen sein sollte, bricht diese Logistik nun in sich zusammen. Das System – so wie es jetzt strukturiert ist – skaliert nicht. Kleine Abweichungen können dazu führen, dass der gesamte Prozess zum Erliegen kommt, genau wie in jedem fragilen System, das auf ein reibungsloses Zusammenspiel und Ineinandergreifen aller Komponenten angewiesen ist. Und wie fragil der Handel und alles, was sich mehr oder weniger sichtbar dahinter befindet, in Deutschland inzwischen geworden ist, erleben wir gerade.

 

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Kategorien: Leben Allgemein Politik